Paartherapie/Paarberatung
Es gibt Phasen in einer Partnerschaft, in denen die Beziehung unbefriedigend wirkt und Sprachlosigkeit einkehrt.
Nicht selten verlieren sich beide Partner in Vorwürfen und Unverständnis.
Als Folge kommt es zum gegenseitigen Rückzug. Die unterschiedlichen Ziele und Bedürfnisse erscheinen
beiden Partnern unvereinbar. Enttäuschung und Verzweiflung kehren ein. Diese Entwicklung kann der Anfang vom Ende
der Paarbeziehung oder eine Chance für Klärung und einen Neuanfang sein.
In der Paartherapie/Paarberatung können festgefahrene Kommunikations- und Verhaltensmuster durchbrochen werden. Häufig
ist es notwendig, verborgene Emotionen (Sehnsüchte, Enttäuschungen, Ängste, Ärger ...) herauszuarbeiten, um sich wieder gegenseitig zu verstehen.
Paartherapie ist sinnvoll, wenn
Streit, Konflikt oder Schweigen den Alltag bestimmen
die Beziehung verflacht, körperliche Nähe und
Sexualität kaum noch stattfinden. (siehe Sexualtherapie/Sexualberatung)
einer der Partner oder beide über Trennung nachdenken
der Partner oder man selbst eine Außenbeziehung eingeht
sich ein Partner vom anderen eingeengt oder
betrogen fühlt
äußere Einflüsse (getrennte Wohnorte, Arbeitslosigkeit,
Krankheit) zu Problemen in der Beziehung
führen
der Balanceakt zwischen der Rolle als Paar und der Rolle als Familie nicht mehr
gelingt z.B. der Übergang in die Elternschaft bei der Geburt eines Kindes.
Schopenhauers Fabel beschreibt die widersprüchlichen Bedürfnisse einer Herde von Stachelschweinen
nach Intimität und Distanz, die in ihrem Wunsch nach Nähe und Wärme durch
die Stacheln des anderen vertrieben werden.
"Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich an einem kalten Wintertage, recht nahe
zusammen, um, durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen.
Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln; welches sie dann wieder voneinander
entfernte. Wenn nun dieses Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammen brachte,
wiederholte sich jenes zweite; so dass sie zwischen beiden Leiden hin und her geworfen wurden,
bis sie eine mäßige Entfernung von einander herausgefunden hatten, in der sie es am
besten aushalten konnten."
Arthur Schopenhauer (1874)
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